27 juni 2022

Philippinische Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen bereit, den Druck auf die Niederländische Pflege zu entlasten

OTTO Health Care, die Schwesterorganisation von OTTO Work Force, hat heute Morgen um 4.00 Uhr einen historischen Kooperationsvertrag mit Cardinal Santos in Manila unterzeichnet, einem sehr angesehenen und fortschrittlichen Krankenhaus, das zu einer Gruppe von 19 philippinischen Krankenhäusern gehört. Durch diese Zusammenarbeit können wir in kurzer Zeit gut ausgebildetes Gesundheitspersonal in die Niederlande holen, um so das Gesundheitssystem zu entlasten.

Die Kooperation umfasst die Ausbildung von philippinischen Pflegekräften für die niederländische und deutsche Krankenhauspflege. Pflegepersonal, das daran interessiert ist, für maximal 5 Jahre in Europa zu arbeiten, wird vom Krankenhaus auf die deutsche oder niederländische Sprache, Kultur und Arbeitsweise vorbereitet. Nach maximal 5 Jahren können diese Pflegekräfte wieder im philippinischen Krankenhaus Cardinal Santos arbeiten. Sie können dann wieder zur Entwicklung des philippinischen Gesundheitswesens beitragen. CEO Frank van Gool: „Wir nennen das ‚organisierte zirkuläre Arbeitsmigration‘. Es ist das erste Mal, dass dies auf eine solche Weise organisiert wird, und in diesem Sinne ist es ein historisches Kooperationsabkommen.“

Der Druck auf das niederländische Gesundheitssystem ist hoch. Die alternde Bevölkerung führt zu einem steigenden Pflegebedarf, während sich gleichzeitg immer weniger Menschen für eine Tätigkeit im Gesundheitswesen entscheiden. Alle Angehörigen der Gesundheitsberufe tun ihr Möglichstes, um unserem Land die beste Versorgung zu bieten, aber der Druck wächst stetig weiter. Das lässt sich kurzfristig in den Niederlanden nicht lösen und wir müssen verhindern, dass Gesundheitsfachkräfte umfallen, wodurch sich Operationen oder andere Versorgungsmaßnahmen weiter verzögern.


Eine erfolgreiche Zusammenarbeit liegt im Interesse aller

Diese Zusammenarbeit kam nicht über Nacht zustande. Frank van Gool ist zusammen mit dem Team von OTTO Health Care und Vertretern niederländischer Krankenhäuser seit einigen Monaten mit den Ländern im Gespräch und hat auch tatsächlich die Philippinen und Indonesien besucht. Ihnen wurde deutlich, dass die Qualitätsstandards der besuchten Krankenhäuser gut zu den Anforderungen passen, die wir in den Niederlanden an die Pflege stellen.

Raul C. Pagdanganan (Präsident & CEO Cardinal Santos): „Die Gemeinsamkeiten zwischen OTTO und Cardinal Santos haben den Weg für eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen zwei scheinbar unterschiedlichen Ländern geebnet, die sich dennoch in vielerlei Hinsicht ähneln. Der Wert der Familie ist in beiden Kulturen tief verwurzelt, und das spiegelt sich auch in der Art der Fürsorge wider, die wir unseren Patienten bieten – eine Fürsorge, die voller Komfort, Mitgefühl und vor allem „Malasakit“ ist, einem philippinischen Wort, das dafür steht, Menschen zu helfen und buchstäblich die extra Meile zu gehen. "

Frank van Gool:

"Wir möchten eine kurzfristige Lösung anbieten, indem wir ausländische Pflegekräfte temporär in den Niederlanden arbeiten lassen. In anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und der Schweiz wird dies bereits seit einiger Zeit praktiziert und als sehr positiv wahrgenommen."


Frank van Gool (CEO OTTO Holding): „Aufgrund der alternden Bevölkerung steht das Gesundheitswesen in Westeuropa vor großen Herausforderungen. Der Einsatz von Menschen aus Ost- und Südeuropa ist keine strukturelle Lösung, weil sie dort die gleichen Probleme haben. In den Niederlanden fehlen uns in diesem Jahr bereits 49.000 Arbeitskräfte im Gesundheitswesen und diese Zahl wird sich bis 2030 auf 150.000 verdreifachen. Wir müssen gemeinsam versuchen, die Arbeitsbelastung in der Pflege zu reduzieren und die Arbeit in der Pflege attraktiver zu machen. Dabei können die Diskussion darüber, wie wir das Gesundheitswesen in Zukunft organisieren wollen, nicht länger aufschieben. Wir dürfen nicht zulassen, dass der Arbeitsdruck und die Zahl der verschobenen Operationen noch weiter steigen. Wir möchten eine kurzfristige Lösung anbieten, indem wir ausländische Pflegekräfte temporär in den Niederlanden arbeiten lassen. In anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und der Schweiz wird dies bereits seit einiger Zeit praktiziert und als sehr positiv wahrgenommen. Deutschland hat zum Beispiel das sogenannte „Triple-Win-Programm“, in dem bisher 3500 Pflegekräfte beschäftigt wurden. Das ist gut für das deutsche Gesundheitssystem, für den Wohlstand auf den Philippinen und natürlich für die Pflegekräfte selbst. Deutschland plant, in diesem Jahr weitere 600 philippinische Pflegekräfte nach Deutschland zu holen.

Abgesehen davon, dass das Arbeiten auf Zeit in Europa gut für die eigene Entwicklung ist, zeigen verschiedene Studien, dass der Wohlstand im Herkunftsland durch monetäre Überweisungen ins Heimatland sprunghaft ansteigt. Die Vorstellung, dass diese Pläne beispielsweise auf Kosten der philippinischen Gemeinschaft gehen, ist inkorrekt. Studien zeigen, dass Herkunftsländer enorm davon profitieren. Der Wohlstand steigt signifikant an und weniger Menschen leben in Armut. Man kann darum von einem „Brain Gain“ sprechen.

Niederländische Krankenhäuser suchen dringend Pflegekräfte

Über OTTO Health Care konzentriert sich die OTTO Holding unter anderem auf die Entwicklung der „Asia Europe Talent Bridge“, um Engpässe auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu beheben. In Kooperation mit niederländischen Krankenhäusern will OTTO Health Care noch in diesem Jahr in einem Pilotprojekt philippinische und indonesische spezialisierte und hochqualifizierte Pflegekräfte in die Niederlande holen. Die Pflegekräfte werden in ihrem Heimatland (intensiv) in niederländischer Sprache, Kultur und Pflege geschult und kommen für eine begrenzte Anzahl von Jahren in die Niederlande, um das niederländische Gesundheitssystem zu entlasten. Die ersten Pflegekräfte werden im dritten Quartal dieses Jahres erwartet.

Weitere Informationen zu diesem Artikel

Eine Studie in 71 Entwicklungsländern kommt zu dem Schluss, dass 10 % mehr Überweisungen pro Kopf dazu führen, dass 3,5 % weniger Menschen von 1 US-Dollar pro Tag leben müssen. Die Philippinen sind mit 10 % des BIP der größte Empfänger von Überweisungen. Im Bundesstaat Kerala in Indien, von wo aus Zehntausende von Pflegekräften zum Arbeiten nach Großbritannien gingen, hat sich das Durchschnittseinkommen im Vergleich zum indischen Durchschnitt verdoppelt, die Analphabetenrate ist von durchschnittlich 27 % in Indien auf 6 % in Kerala gesunken, und die Kinder- und Müttersterblichkeit ist um über 60 % gesunken.

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